Raus aus der Schreibblockade!

Vermutlich kennt das jeder Autor: Manchmal fliegen uns die Worte nur so zu und der Text schreibt sich praktisch wie von selbst. Dann gibt es aber wieder Zeiten, da will einfach nichts gelingen. Die Gedanken im Kopf sind so durcheinander, dass der Text auf dem Papier so gar keinen Sinn ergeben will. Schlimmer noch, man starrt einfach ins Leere.

Aber was steckt eigentlich dahinter?

Die Ursachen für eine Schreibblockade sind vielseitig. Zum einen können psychologische Gründe der Auslöser sein. Beispielsweise die Angst zu versagen oder sich zu blamieren, die eigene oder von außen kommende Erwartungshaltung oder auch die Angst vor überaus kritischen Lesern. Andererseits können inhaltliche Gründe hinter einer Schreibblockade stecken. Vielleicht gibt es nicht genug Möglichkeiten, das Thema, über das geschrieben werden soll, ausführlich zu recherchieren oder aber es liegen bereits zu viele Informationen vor. Vielleicht fehlen ja auch ganze Konzepte oder sie sind noch nicht genau durchdacht.

Strategien, um eine Schreibblockade zu überwinden

In den meisten Fällen gelingt es den Autoren oft ohne fremde Hilfe, eine Schreibblockade zu überwinden. Im Folgenden findest du einige Strategien, die dir dabei helfen können:

- Entspanne dich und setze dich nicht selbst unter Druck, sonst blockierst du dich nur noch mehr. Nimm dir etwas Zeit, um auf andere Gedanken zu kommen. Mache einen Spaziergang an der frischen Luft, treibe etwas Sport, höre deine Lieblingsmusik oder trinke einen Kaffee in der Sonne. Alle diese Sachen können schon wahre Wunder bewirken und deinen Kopf frei werden lassen. Danach kannst du dich ganz entspannt wieder dem Schreiben widmen.

- Probiere Freewriting aus. Nimm dir ein leeres Blatt Papier und einen Stift und lege dir einen Zeitraum zwischen 5 und 20 Minuten fest. Innerhalb deiner gewählten Zeitdauer schreibst du einfach auf, was dir gerade einfällt. Wichtig dabei ist, dass der Stift nicht abgesetzt werden sollte. Fällt dir nichts mehr ein, wiederhole deine zuletzt geschriebenen Worte oder male Wellen auf das Papier bis dir wieder etwas einfällt. Das Ziel dieses unterbrechungsfreien Schreibens ist, dass Reflexionen und Wertungen während der Schreibphase nicht den Schreibfluss blockieren.

- Nimm einen Tapetenwechsel vor. Wenn du einen Laptop besitzt, spricht nichts dagegen, auch mal an einem anderen Ort zu arbeiten. Zur Not tut es auch ein einfaches Notizbuch. Es ist dabei ganz egal, ob du beispielsweise in dein Lieblingscafé, die Stadtbibliothek oder irgendwohin ins Grüne gehst. Hauptsache du bekommst neuen Input und kreative Ideen.

- Lasse dich nicht ablenken. Also entferne alle Störquellen aus deinem unmittelbaren Umfeld. Schalte dein Telefon und das Handy stumm und öffne nur Programme, die du auch wirklich zum Schreiben benötigst.

- Plane feste Schreibzeiten für dich ein. Die einen sind morgens leistungsfähig und kreativ, andere wiederum eher nachmittags oder abends. Finde heraus, zu welchem Typ du gehörst und richte dir danach die Zeit zum Schreiben ein. Nützlich kann es außerdem sein, wenn du konsequent zum Beispiel eine Stunde lang schreibst und anschließend eine zehnminütige Pause einlegst.

- Lasse dich inspirieren. Manchmal kommt es vor, dass du einfach nicht weißt, wie du einen Beitrag beginnen sollst. Dann stöbere doch mal in anderen Texten, die sich mit deinem Thema befassen. Durchsuche das Internet, lies Blogbeiträge oder Zeitungsartikel und versuche zu analysieren, wie dort der Einstieg gelungen ist. Vielleicht hilft es dir und du kannst dir dann den Anfang für deinen eigenen Beitrag ausdenken.

- Recherchiere gründlich. Auch wenn du über ein Thema schreibst, worin du dich bestens auskennst. Eine ausführliche Recherche sollte niemals vernachlässigt werden. Sammle und sichte Material, strukturiere und ordne es. Achte allerdings auch darauf, nicht zu viel Zeit mit dem Recherchieren zu verbringen, sonst verlierst du am Ende noch den Überblick.

- Lege dir eine Gliederung an. Bevor du beginnst, deinen Text zu schreiben, gliedere ihn und überlege dir, welche Inhalte in welcher Reihenfolge untergebracht werden sollen. Hierfür eignet sich zum Beispiel eine Art Inhaltsverzeichnis, indem du für jeden Absatz das Wichtigste thematisierst. Dadurch fällt es dir leichter, den roten Faden zu behalten. Außerdem kannst du dich so Stück für Stück vorarbeiten und behältst die Übersicht.

- Trenne das Schreiben vom Korrigieren. Wenn du erst einmal so richtig in Fahrt bist, dann schreibe einfach drauf los und bringe deinen Text zu Ende. Zu einem späteren Zeitpunkt hast du möglicherweise eine ganz andere Distanz zum Geschriebenen. Dann kannst du es immer noch korrigieren und kritisch beäugen bis du schließlich mit deinem Text zufrieden bist.

- Schreibe regelmäßig. Schon aus unserem Alltag ist ja bekannt, dass eine gewisse Regelmäßigkeit irgendwann auch eine Routine mit sich bringt. Beim Schreiben ist das nicht anders. Je öfter du schreibst, desto besser wirst du im Formulieren und darin, deine Ideen zu sortieren. Das schützt dich zwar nicht unbedingt vor einer nächsten Schreibblockade, aber selbst dann weißt du bereits aus Erfahrung, wie du für dich am besten damit umgehen und mit welchen Strategien du sie am ehesten bewältigen kannst.

- Schreibe für eine bestimmte Person. Überlege dir, welchen Personenkreis du mit deinem Text ansprechen möchtest. Oftmals kann es die bloße Vorstellung, für eine ganz konkrete Person zu schreiben, einfacher machen, einen Beitrag zu verfassen. Führe dir diese Person vor Augen und versuche, sie mit deinem Text zu gewinnen.

- Visualisiere deinen Text. Es kann sich auf deinen Schreibprozess durchaus inspirierend auswirken, wenn du dir Bilder passend zu deinem Thema aus dem Internet oder aus Zeitschriften suchst. Alternativ kannst du dir auch Bilder in deinen Gedanken ausmalen, um neue Ideen entstehen zu lassen.

- Teste die Flip-Flop-Technik (Kopfstandtechnik). Diese ist besonders effektiv, wenn du auf Ideensuche für deinen Beitrag bist und basiert auf der Umkehrung der ursprünglichen Aufgabenstellung. Nimm dir also ein Blatt Papier und schreibe dein Thema darauf, allerdings ins Gegenteil verkehrt. Willst du beispielsweise einen kurzen, interessanten Artikel schreiben, bedeutet das Gegenteil ein langer belangloser Text. Sammle nun in etwa 10 bis 15 Minuten alle Ideen, die dir zu diesem „Gegenthema“ einfallen (zum Beispiel lange, umständliche Sätze) und sortiere diese nach Zusammengehörigkeit. Im folgenden Schritt drehst du die aufgeschriebenen Ideen wieder ins Gegenteil. In unserem Beispiel sollten demnach kurze Sätze formuliert werden. Zum Schluss solltest du aus deinen Ergebnissen gelungene, noch ansprechendere Ideen entwickeln (beispielsweise ausreichend kurze, aber sehr abwechslungsreiche Sätze).

Solltest du mal (wieder) in einer Schreibblockade stecken, versuche einige der beschriebenen Strategien und finde heraus, welche am besten zu dir passt. So solltest du auch wieder in den gewünschten Schreibfluss kommen. Wir wünschen dir viel Erfolg dabei!

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